Insekten haben keine Lobby
Honigbienen und ihre Schwestern: Am Bienenwelttag referierte der Imker Hans-Jürgen Löbkens aus Lunden vor Mitgliedern der Seniorenunion über Bienen und Insekten. An die 20 Jahre beschäftigt er sich mit Bienen. Sie bestäuben nicht nur die Blüten, sondern produzieren auch Honig. Rund ein Kilogramm verzehren die Deutschen im Jahr, davon werden 25 bis 40 Prozent hier produziert, der Rest wird importiert, je nach Erntejahr. Für 500 Gramm benötigen die Bienen acht- bis zehntausend Ausflüge in bis zu eineinhalb Kilometer Entfernung. So werden aus drei Kilogramm Nektar ein Kilogramm Honig. Ein Volk von bis zu 8000 Bienen überwintert. Ab Mai sind es bis zu 80.000 Bienen, da die Königin täglich etwa 2000 Eier legen kann.
Die Imkerei kommt wieder: 1950 gab es 50.000 Imker, 2016 noch 2953 und 2021 schon 3600, davon zwei Berufsimker. Seit 40 Millionen Jahren gibt es schon Bienen, die mit Hornisse, Wespe, Mäusen, Brandmäusen, Varroamilbe, Bienenwolf, Bienenfresser und Bienenlaus auch Feinde hat. Neu ist die Asiatische Hornisse. 200 Tausend Bienen schlüpfen jährlich, denn die Arbeiter werden nur vier bis sechs Wochen alt und im Herbst werden die Jungs rausgeschmissen, denn im August endet das Bienenjahr. Im Januar legt die Königin die Eier und im März erfolgt der erste Ausflug und im April und Mai kann erstmalig geschleudert werden. Im Mai und Juni ist Schwarmzeit für neue Königinnen. Sie kann drei bis vier Jahre alt werden.
Es gibt nicht nur Honig, sondern auch Wachs für Kerzen, Bienengift gegen Rheuma und Gelée royale. Dies ist ein Gemisch aus den Sekreten der Futtersaftdrüse und der Oberkieferdrüse der Arbeiterinnen als Königinnenfutter und auch als Nahrungsergänzungsmittel oder Kosmetik. Honigsorten werden primär in zwei Hauptkategorien unterteilt: Blütenhonig aus Nektar und Waldhonig aus Honigtau, den Ausscheidungen von Blattläusen. Es gibt den Wald-, Blüten-, Raps-, Akazien-, Linden-, Tannen-, Fichten- und Sommertrachthonig. Der Rapshonig mit einem hohen Fruchtzuckergehalt ist fester. Honig darf maximal 18 Prozent Wasser enthalten.
Es gibt etwa 30.000 bis 40.000 Insektenarten, davon die Schwestern wie Solitärbienen oder Solitärwespen, Hummeln und Hornissen. Ein Wespenvolk von 10.000 Tieren vertilgt pro Tag etwa zwei Kilogramm Insekten, Hornissen etwa ein Viertel davon. Dazu kommen noch 600 Arten Wildbienen wie die Sandbiene. Die Menschen sollten bedenken, dass es ohne Insekten keine Vögel gibt, und man sollte in den Gärten Blühstreifen anlegen, um für eine Vielfalt im Garten zu sorgen. Naturgärten und nach Süden ausgerichtete Insektenhotels helfen auch. An den heute sauberen Autoscheiben ist zu merken, dass die Insekten weniger werden.
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