Direkt zum Hauptinhalt springen
Menü
Menü

Klimakoordinator für die Zukunft


Erfde · Ralf Tiessen · 12.02.2026

Foto vergrößern
Landschaft im Wandel: Die Niederungen der ETS‑Region stehen im Zentrum der regionalen Klimaanpassungsstrategie.

Die Eider‑Treene‑Sorge‑Region (ETS) erhält eine Klimakoordinatorenstelle, die mit 175.000 Euro aus dem LEADER‑Programm der EU unterstützt wird. Die Stelle wird bei der ETS GmbH angesiedelt und soll bis Ende März 2029 eine zentrale Rolle in der regionalen Klimaanpassungsstrategie übernehmen. Ziel ist es, alle relevanten Akteure aus Klimaanpassung, Naturschutz, Landwirtschaft, Wasserwirtschaft, Kommunen, Wissenschaft und Zivilgesellschaft systematisch zusammenzuführen.

Die ETS‑Region zählt zu den klimatisch besonders sensiblen Niederungslandschaften Schleswig‑Holsteins. Steigende Wasserstände, entwässerte Moorböden und zunehmende Extremwetterereignisse erfordern langfristige Strategien und eine enge Zusammenarbeit. Die neue Koordinationsstelle soll den Aufbau eines regionalen Klimanetzwerks vorantreiben, Workshops und Beteiligungsprozesse organisieren sowie Transformationspfade gemeinsam mit Kommunen, Verbänden und landwirtschaftlichen Betrieben entwickeln. Zusätzlich sollen neue Einkommensmodelle entwickelt werden. Auch die Bildungs‑ und Öffentlichkeitsarbeit sowie der Wissenstransfer zwischen Forschung und Praxis gehören zu den Schwerpunkten. Zahlreiche Stimmen aus der Region betonen die Bedeutung des Projekts.

ETS‑Geschäftsführer Ralf Tiessen spricht von einem „Meilenstein für eine lebenswerte, widerstandsfähige und wirtschaftlich starke Zukunft“. Die neue Stelle schaffe erstmals eine verbindende Klammer zwischen allen für die regionale Entwicklung wichtigen Bereichen. Auch die AktivRegion hebt den innovativen Charakter hervor. Regionalmanagerin Levke Brauer sieht in der Klimakoordinatorenstelle ein Beispiel dafür, wie Klimaschutz und regionale Kooperation erfolgreich ineinandergreifen können. Das Projekt sende ein klares Signal für nachhaltige Transformation. Für den Vorsitzenden der AktivRegion, Horst Rudolph, ist es zudem Ausdruck regionaler Eigenverantwortung: Klimaanpassung gelinge nur, wenn Menschen, Wissen und Ideen zusammengeführt würden. Die Wasserwirtschaft unterstreicht die Notwendigkeit einer koordinierten Zusammenarbeit. Martin Matzdorf, Geschäftsführer des Eider‑Treene‑Verbandes, verweist auf die enge Verknüpfung von Wasser, Landschaft und Landwirtschaft und sieht großes Potenzial darin, gemeinsam innovative Lösungen für die Herausforderungen des Klimawandels zu entwickeln. Auch aus der kommunalen Ebene kommt Unterstützung. Ralf Lange, Amtsvorsteher Kropp‑Stapelholm, betont, dass gerade Gemeinden in der Niederungslandschaft auf eine starke, übergreifende Koordination angewiesen seien, um Landschaft und Dörfer gleichermaßen zu schützen. Die Bewerbungsfrist endet am 10. März 2026. Weitere Infos gibt es auf www.eider-treene-sorge.de.