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Prävention gegen Verbrechen


Nindorf · Friedrich-Wilhelm Trottmann · 16.04.2026

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Zum Schluss überreichte Anne Ohlsen an Günter Santjer eine süße Leckerei für seinen sehr interessanten Vortrag.

Mit Polizeihauptkommissar a. D. Günter Santjer hatte Anne Ohlsen als Vorsitzende der Seniorenunion einen Experten zum Vortrag „Die miesen Maschen der Betrüger. Wie schütze ich mich?“ gewonnen. Günter Santjer war erst viele Jahre in Büsum tätig und dann in Heide. Ab 1998 übte er seine Lieblingstätigkeit, Presse- und Präventionsarbeit, aus. Der Enkeltrick funktionierte immer noch, so Günter Santjer.

„Schon 1998 wurde dazu eine landesweite Präventionskampagne gestartet, an der wir uns als Polizeiinspektion Heide natürlich beteiligt haben“, betonte der pensionierte PHK. Es wurden Probleme, Schäden sowie Unfälle vorgeschoben, um finanzielle Hilfe zu erbitten. Rücksprache mit dem wirklichen Enkel würde diese Masche sofort aufdecken.

Falsche Polizisten wollen Wertsachen vor Diebstahl in sichere Verwahrung nehmen. Günter Santjer: „Wenn 110 im Telefondisplay erscheint, ist es immer ein Betrüger. Die richtige Polizei ruft so nicht an, die Rufnummer ist gefälscht.“ Ein Verkehrsunfall wird vorgetäuscht, ein angeblicher Staatsanwalt spricht von Festnahme und Haft, die nur durch sofortige Zahlung einer Kaution verhindert werden könne.

Mit Viren auf dem PC werden Geldsummen erpresst. Alte Namen wie Friedrich, Wilhelm oder Elisabeth und kurze wie drei- oder vierstellige Telefonnummern im Telefonbuch weisen auf ältere Personen hin, die dann als Opfer angerufen werden. Angebliche Polizisten zeigen falsche Ausweise vor, Ganoven geben sich als Dachdecker oder andere Handwerker an der Haustür aus und bieten dubiose Leistungen an.

Der Betrug über die sozialen Medien nimmt immer mehr zu, die Zusammenarbeit, beispielsweise mit der Türkei, zeige erste Erfolge. Oftmals konnten „Geldabholer“ festgenommen und Callcenter ausgehoben werden. Diebstähle aus Einkaufswagen nehmen immer mehr zu. Die Handtasche liegt oft darin und wird durch Ablenkung aus den Augen gelassen.

Leider liegt bei den Strafverfolgungsbehörden und den Medien der Fokus überwiegend nur auf den Tätern. Günter Santjer, der auch ehrenamtlich für den Weißen Ring tätig war, dazu: „Die Opfer werden zu wenig beachtet, obwohl diese häufig lebenslang darunter leiden, während die Täter nach einigen Jahren unbeschwert weiterleben können.“ Hier hilft der Weiße Ring, der im September 1976 von Eduard Zimmermann und Mitstreitern gegründet wurde.

Diese Opferhilfe ist eine segensreiche Institution für Betroffene geworden, die nicht nur finanziell hilft, sondern auch seelische und praktische Unterstützung nach einem Verbrechen anbietet. In diesem Jahr begeht der Weiße Ring sein 50-jähriges Jubiläum. Eine anschließende Diskussion mit Erlebnissen war lebhaft.