Sturmfest auf zwei Rädern
Wer in den Tagen vorher einen Blick auf die Wetter-App geworfen hatte, dem konnte es schon etwas flau werden. Die Vorhersage versprach nichts für Schönwetterradler – eher etwas für Menschen mit wetterfestem Charakter und gutsitzender Regenjacke. Trotz durchwachsenen Bedingungen machten sich 19 unerschrockene Trennewurther Radfahrer auf den Weg zur Fahrradtour nach Pellworm.
Aufgrund des Fahrradanhängers waren die Plätze begrenzt. Der Wind zeigte sich mit etwa Stärke 6–7 von seiner norddeutschen Seite, besonders die Bio-Biker mussten ordentlich in die Pedale treten. Die Anreise nach Husum verlief kurzweilig, wo Tourguide Harald eingesammelt wurde. Mit viel Wissen und nordfriesischem Witz versorgte er die Gruppe mit spannenden Informationen über Nordstrand – von der damaligen Insel Strande bis in die heutige Zeit.
Am Hafen angekommen, ging es auf die Fähre. Überraschenderweise war vom Wellengang kaum etwas zu spüren. Erster Halt auf Pellworm war am Leuchtturm. Dort gab es interessante Einblicke in die kleinen Halligen und die Geschichte der sagenumwobenen Insel Rungholt, die 1362 in den Fluten versank. Zum Glück blieb die heutige Reise deutlich trockener.
Auf dem Weg zum nächsten Besichtigungspunkt dann die erste technische Herausforderung: Einem Teilnehmer platzte der Fahrradschlauch. Für ihn hieß es: Plan B, Marschrichtung Hafen-Treffpunkt. Weiter ging es zur ältesten Kirche Pellworms, die um 1200 errichtet wurde. Hier erfuhr die Gruppe Informatives aus der damaligen und der heutigen Zeit. Nächster Stopp war das Gasthaus Hooger Fähre.
Dort wartete schließlich die wohlverdiente Belohnung – leckerer Kaffee (Gerüchten zufolge soll sich auch der eine oder andere Tropfen zur inneren Erwärmung im Kaffee verirrt haben) und ein großes Stück exzellent schmeckender hausgemachter Trümmertorte im gemütlichen Ambiente. Danach führte der direkte Weg in den Hauptort Tammensiel am Hafen.
Dort war Zeit zur freien Verfügung: Einige besuchten das kleine Museum, andere retteten ihre Körpertemperatur in einem Bistro mit Essen und heißen Getränken. Zurück am Fähranleger verlief die Überfahrt problemlos. Ein kleines Highlight wartete allerdings noch: Die Seehundstation Friedrichskoog war vor Ort und hatte zwei Robbenbabys abgeholt.
Die Gruppe durfte kurz bei der Fütterung und Begutachtung zuschauen und erhielt einige wissenswerte Informationen von den engagierten Mitarbeitern. Bereits auf der Rückfahrt im Bus wurden die ersten Ideen für neue Touren gesammelt. Fazit: Sturm ist erst, wenn das Schaf keine Locken mehr hat.
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